Sanfte Massagen lindern Depressionen

 

" Dass Massagen nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele gut tun, wird nahezu jeder bestätigen, der schon einmal eine halbwegs professionelle Massage bekommen hat. Erstmals wurde jetzt nachgewiesen, dass dieser positive Effekt auch bei Depressionen helfen kann.

 

n der Berliner Universitätsklinik Charité erhielten im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie 32 Patienten mit schweren Depressionen zusätzlich zur sonstigen Behandlung drei Ganzkörpermassagen nach der sogenannten "Slow Stroke-Technik". Dabei wird der ganze Körper eine Stunde lang bei entspannter Hintergrundmusik relativ sanft massiert. Es wird also weniger stark geknetet als bei einer üblichen Sportmassage. Nach den Massagen wurden die Probanden befragt und psychiatrisch untersucht .

 

Berührungen offenbar besonders wichtig

Das Ergebnis war sehr positiv: Die Patienten waren nach der Massage weniger angespannt und vor allem deutlich besserer Stimmung, wie Prof. Bruno Müller-Oerlinghausen in einem Fachartikel berichtet. Vor allem die körperliche Berührung wurde offenbar als sehr wohltuend erlebt. Wenn man sich vor Augen führt, dass Menschen mit Depressionen wegen ihrer Erkrankung und des damit einhergehenden sozialen Rückzugs gerade solche Art der Zuwendung kaum noch erfahren, klingt das auch sehr einleuchtend.

Da die Krankenkassen Massagen als Behandlungsmethode bei Depressionen kaum bezahlen werden (dafür aber gern teure Medikamente), sollten laut Müller-Oerlinghausen Angehörige und Freunde sich ein Herz fassen und die Massagen bei ihren Liebsten mit depressiver Erkrankung selbst durchführen. Das sei recht einfach zu erlernen, zumal es ja eher um die sanfte Berührung und Entspannung geht. Müller-Oerlinghausen warnt aber auch: Ein Ersatz für Medikamente sei die Massage nicht. Aber eine sinnvolle Zusatzmaßnahme."

Autoren: WANC/, 05.08.04
Quelle: Deutsche Medizinische Wochenschrift 2004; 129 (24): 1363-1368

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